NBI – Wie diese Technik bei der Diagnose von nicht-muskel-invasivem Harnblasenkarzinom helfen kann

Eine Durchsicht der Literatur zeigt, dass bei 50–70 % der --Patienten mit nicht-muskel-invasiven Harnlasenkarzinom en, nach der Erstbehandlung Rezidive in Form von oberflächlichen Tumoren auftreten. Das Übersehen von kleinen papillären Tumoren oder CIS ist ein bekanntes Risiko und kommt Schätzungen zufolge in 10–20 % der Fälle vor. Oberflächliche Tumoren der Schleimhaut sind in der Regel an bestimmten Kapillar- und Gefäßstrukturen erkennbar.

Die Identifizierung dieser Strukturen – vor allem von kleinen Tumoren unter Weißlicht – ist zwar möglich, dennoch gibt es Verbesserungsbedarf. Hier ist die patentierte NBI-Technologie von Nutzen, wie die nachstehend beschriebenen klinischen Daten zeigen.

Metaanalyse: um 24 % höhere Tumordetektionsrate unter NBI-Licht

Diagnostik bei nicht muskelinvasivem Blasenkarzinom mittels Narrow Band Imaging: systematische Übersicht und Metaanalyse

Ergebnisse

  • Erste systematische Auswertung und Metaanalyse von Studien mit einem intra-individuellen Vergleich von NBI und WLI (Weißlicht) bei nicht-muskel-invasiven Harnblasenkarzinomen mit 1040 Patienten
  • Höhere Erkennungsraten von nicht-muskel-invasiven Harnblasenkarzinomen könnten eine schnellere Behandlung ermöglichen und dadurch die Verringerung von Rezidivtumoren
  • Bemerkenswert ist , dass mit Weißlicht viele Befunde (inkl. CIS) übersehen werden: Mit NBI wurden 17 % mehr Patienten und 24 % mehr Tumoren gefunden

Quelle: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23113702

© 2012 The Japanese Urological Association Veröffentlicht im International Journal of Urology (2013) 20, 602–609

Kaiwen Li, Tianxin Lin, Xinxiang Fan, Yu Duan, und Jian Huang

Schlussfolgerungen

NBI-gestützte Zystoskopie führt im Vergleich zur Zystoskopie mit Weißlicht zu einer höheren Anzahl an Erkennungen von NMIBC-Patienten und -Tumoren. Sie könnte als zusätzliche oder alternative Technik bei der Behandlung des Blasenkarzinoms angewendet werden.



Metaanalyse: Wie schneidet das NBI im Vergleich zur Photo-Dynamischen Diagnose bei der transurethralen Resektion von Blasentumoren ab?

Eine Netzwerk-Metaanalyse der Behandlungsergebnisse nach einer durch eine neue Bildgebungstechnologie unterstützten transurethralen Resektion bei nicht muskelinvasivem Blasenkarzinom: 5-Aminolävulinsäure-Fluoreszenz vs. Hexylaminolävulinat-Fluoreszenz vs. Narrow Band Imaging

Ergebnisse

  • Die Rezidivrate bei mithilfe der Photo-Dynamischen Diagnose (PDD) resezierten Karzinomen unterschied sich nicht signifikant von der Rezidivrate bei mithilfe von NBI resezierten Karzinomen (OR = 0,53, 95%-KI [0,26–1,09]). Die Rezidivrate bei mithilfe von HAL-basiertem PDD resezierten Karzinomen unterschied sich nicht signifikant von der bei mithilfe von NBI resezierten Karzinomen (OR = 1,11, 95%-KI [0,55–2,1]).
  • Bei mithilfe 5-ALA-basiertem PDD, HAL-basiertem PDD oder NBI resezierten Karzinomen lag die Rezidivrate jeweils unter der bei Verwendung der Weißlicht-Zystoskopie (WLC) beobachteten Rezidivrate.

Quelle: www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26232037

BMC Cancer (2015) 15:566 ; DOI 10.1186/s12885-015-1571-8

Joo Yong Lee, Kang Su Cho, Dong Hyuk Kang, Hae Do Jung, Jong Kyou Kwon, Cheol Kyu Oh, Won Sik Ham und Young Deuk Choi

Schlussfolgerungen

Durch den Einsatz der PDD oder der NBI-geführten TUR-BT kann die Rezidivrate bei NMIBC gesenkt werden. Urologen sollten in Erwägung ziehen, die Weißlicht-Bildgebung als ihre Standardtechnik zur Unterstützung der TUR-BT zu ersetzen.


NBI bei der Behandlung von Tumoren der oberen Harnwege – verbesserte Detektion

Durch Narrow Band Imaging unterstützte digitale flexible Ureteroskopie bei der Erkennung von Urothelkarzinomen der oberen Harnwege: erste Erfahrungen

Ergebnisse

  • NBI verbesserte subjektiv die endoskopische Darstellung der Tumore und erlaubte so die detaillierte Beschreibung ihrer Begrenzungen und ihrer vaskulären Architektur.
  • Objektiv wurden mittels NBI bei vier Patienten fünf zusätzliche Tumore (14,2 %) sowie bei drei Patienten erweiterte Begrenzungen bei drei Tumoren (8,5 %) erkannt, obwohl die durch Weißlicht-Bildgebung erhaltenen Befunde als unbedenklich eingestuft wurden.

Quelle: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21247287

JOURNAL OF ENDOUROLOGY, Band 25, Nummer 1, Januar 2011, S. 19–23, DOI: 10.1089=end.2009.0593

Traxer O, Geavlete B, de Medina SG, Sibony M, und Al-Qahtani SM

Schlussfolgerungen

Auf der Grundlage der Studienergebnisse empfehlen wir diese Technik als wertvolle diagnostische Methode, da sie die Tumordetektionsrate im Vergleich zur Weißlicht-Bildgebung um 22,7 % erhöht.